Dr. Gerhard Schmidt - Essen/Davos:

Das globale Ziel aus meiner Sicht
erstmals verwendet am 07.06.1995
als Stiftungsrat des Weltwirtschaftsforums in Davos

Die Solidarische Gesellschaft in Freiheit

In der heutigen Welt fehlen uns die Leitidee, die zeitgemäße und weiterführende Weltanschauung, das globale Ziel.

Zutreffend beschreibt der Club of Rome in seinem Bericht „Die globale Revolution“ den heutigen Zustand wie folgt:
"Früher war das Dorf unsere Welt, heute ist die Welt unser Dorf. Der Fernseher lässt uns das Ferne ganz nahe sehen, der Fernsprecher das gesprochene Wort und das Fax die geschriebene Mitteilung weltweit wirken. Alle Menschen auf unserer runden Erdkugel sind Nachbarn."

Die durch die heutigen Informationsmöglichkeiten - z. B. das Internet - rasant zunehmende Nähe zwingt zur Rücksichtnahme, zur Beachtung und Achtung des anderen, zur Ordnung, zum Ausgleich von Interessen, zur Solidarität“. Der Mensch kann gut oder schlecht sein. Er braucht eine Richtschnur zum Guten. Eine Religion oder ein politischer Ismus können vermittelnde Geborgenheit und Gemeinsamkeit, also Gutes bewirken, aber auch trennen, polarisieren, den Frieden verhindern.

Über allem sollte als Richtschnur der kategorische Imperativ Kants stehen:
"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."

Die Nichtbeachtung dieser Maxime für ein gutes Denken und Handeln macht auch die im Wohlstand lebenden Menschen unzufrieden und unsere heutige Welt gefährlich.

Von seiner Natur aus strebt der Mensch meist in erster Linie nach der Verwirklichung seines Selbst und nach dem Vorteil für sich; er möchte aber auch das Gute für den Nächsten, für das Miteinander, dem er angehört - und das ihn schützt und fördert.

Die Stärkung des Wir-Bewusstseins gehört heute mehr denn je zu den ethischen Herausforderungen. Wahrung der Menschenrechte, freiheitliche Demokratie, Soziale Marktwirtschaft, die Bewahrung und Förderung der natürlichen Kräfte des Menschen und in dessen Umwelt sind weitere erstrebenswerte Ziele unserer heutigen Lebens- und Weltordnung.

Ihnen übergeordnet muss sein die umfassende Idee der Solidarität aller menschlichen Wesen auf unserer Erde.
Ohne sie versinken wir im Wohlstand oder in der Armut.

Die "Solidarische Gesellschaft in Freiheit" ist das globale Ziel, die Leitidee.

Übrigens: Wir sprechen viel von Menschenrechten, aber wenig von Menschenpflichten.


Seite drucken